Gemeinde Eichenzell legt mit IT-Infrastruktur, Datenplattform und Sensoren Fundament für eine nachhaltige kommunale Entwicklung

Im Rahmen des Smart City-Projekts hat Eichenzell einen weiteren Schritt in Richtung digitale Zukunft getan: Der Gemeinde steht ab sofort eine sichere, erweiterbare und datenschutzkonforme Infrastruktur zur Verfügung, die nicht nur die kommunalen Kernaufgaben effizienter machen, sondern auch den Bürgerservice spürbar verbessern soll.
„Für Kommunen wird die digitale Daseinsvorsorge immer wichtiger“, sagt Bürgermeister Johannes Rothmund. „Digitale Dienstleistungen und smarte Lösungen müssen in alle kommunalen Leistungsbereiche eingebunden werden, um die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern zu stärken, nachhaltige Infrastrukturen zu entwickeln sowie Verwaltungsaufgaben und Krisen effizienter bewältigen zu können. Dafür haben wir gemeinsam mit unseren Partnern die technischen Grundlagen geschaffen und werden diese in den kommenden Monaten testen.“
Eichenzell sichert sich Datensouveränität
Zu diesen Grundlagen gehört eine leistungsfähige moderne IT‑Architektur, die im Rechenzentrum des regionalen Dienstleisters rhöncloud betrieben wird. Eine Kombination aus kommunalem Rechenzentrum, dem bereits bestehenden Eichenzeller Glasfasernetz, einem flächendeckenden LoRaWAN‑Funknetz, einer intelligenten Straßeninfrastruktur mit sogenannten Smart Poles sowie zahlreichen vernetzten Sensoren ermöglicht es, sämtliche Daten im geschützten technischen Kreislauf der Gemeinde zu sammeln und zu verarbeiten. „So gewährleistet Eichenzell höchste Informationssicherheit und schafft eine Infrastruktur, die unabhängig vom öffentlichen Internet arbeitet“, betont Rothmund. „In der Folge werden immer neue Anwendungen zur Nutzung für die Bürgerinnen und Bürger, die Verwaltung und die Politik möglich, etwa in den Bereichen Katastrophenschutz, Verkehrserfassung oder Gebäudemanagement. Die Rechenleistung dieser Infrastruktur kann dabei je nach Bedarf angepasst werden.“ Zudem könne die Gemeinde künftig auf fortschrittliche KI-Anwendungen zugreifen, für die im neuen Rechenzentrum der rhöncloud aktuell Kapazitäten geschaffen würden.

Smarte Daten verbessern Reaktionszeiten und Abläufe
„Als zentrales Bindeglied fungiert die kommunale Datenplattform“, erläutert Christopher Müller, Projektleiter von Smart City Eichenzell. Sie führe Daten aus unterschiedlichsten Quellen intelligent zusammen, werte sie aus und mache sie für verschiedenste Anwendungsfälle nutzbar. Sensoren im gesamten Gemeindegebiet erfassten dabei zweckgebundene Daten zur Erfüllung kommunaler Aufgaben unterschiedlichster Instanzen. Die Einsatzgebiete seien vielfältig: Sie reichten von der Verkehrserfassung über Füllstandsmelder für Glascontainer und Mülleimer bis hin zur Überwachung von Einlaufbauwerken.
Besonders in den Bereichen Sicherheit und Prävention setze die Infrastruktur neue Maßstäbe, sagt Müller und zählt darauf aufsetzende Anwendungsfälle auf, die derzeit für die Gemeinde geprüft würden. Dazu gehörten beispielsweise Systeme zur Erfassung des Straßenzustands oder zur Brandfrüherkennung in öffentlichen Gebäuden. Letztere sollen automatisierte Prozesse wie die Einsatzsteuerung der Feuerwehr oder die Benachrichtigung von Verantwortlichen auslösen können. Auch würde derzeit eine bedarfsgerecht gesteuerte Straßenbeleuchtung getestet, etwa im Bereich von Querungshilfen. Daneben könnten der Winterdienst durch Sensorik unterstützt sowie gemeindliche Gebäude durch installierte Sensoren überwacht und gesteuert werden. „Ziel ist es dabei immer, anhand von Daten Entscheidungen zu treffen, automatisierte Prozesse zu etablieren und bestehende Abläufe zu optimieren“, so Müller. „So spart die Gemeinde Zeit und Kosten und kann ihr Personal bestmöglich einsetzen.“
Zukunftsfähig, refinanzierbar und auf andere Kommunen übertragbar
Die Entwicklung der IT-Infrastruktur und der Datenplattform sowie der Einsatz von Sensoren sollen in den kommenden Monaten die kommunale Entwicklung Eichenzells nachhaltig voranbringen: „Wir sind stolz darauf, dass die Pionierarbeit von Smart City Eichenzell zum Ausgangspunkt einer fortschrittlichen digitalen Daseinsvorsorge in der Gemeinde wird“, sagt Christopher Müller. Die neue Infrastruktur versetze die Kommune in die Lage, auf lange Sicht eine Vielzahl ihrer Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. Zeitgleich entwickle man Geschäftsmodelle, mit denen Eichenzell die laufenden Kosten gegenfinanzieren könne: „Eichenzell rüstet sich für die Herausforderungen und Aufgaben, die in der Zukunft auf die Gemeinde zukommen werden. Auch die Bürger werden durch digitale Beteiligungsformate und interaktive Informationsdienste profitieren, da Abläufe schneller und transparenter werden und sich die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung verbessert.“ Die Gemeinde untersuche zudem, wie es seine digitale Infrastruktur und die Datenplattform auch anderen Kommunen in der Region zur Mitnutzung anbieten könne.