Unsere Projekte

Im Eichenzeller Förderantrag wurden sechs Handlungsfelder aufgezeigt, die das Konzept Eichenzells bestimmen und letztlich die Jury überzeugten.

Diese sind: Wohnen/Leben/Stadtentwicklung, Umwelt/Energie, Wirtschaft (Industrie/Handel/Dienstleistung/Handwerk), Gesundheit/Pflege, Mobilität, Verkehr/Smart Traffic.

Im Handlungsfeld Wohnen/Leben/Stadtentwicklung sind zunächst die EichenzellApp, eine Webseite, digitale Veranstaltungen wie Gottesdienste oder Orchesterzusammenkünfte sowie generationsübergreifende Digitalisierungskurse enthalten.

Im Bereich Umwelt/Energie sind adaptive Steuerungen für Straßenbeleuchtung, Umweltsensoren und Parksensoren geplant.

Um Digitalisierung für alle Bürgerinnen und Bürger Eichenzells jeden Alters erlebbar und zugänglich zu machen, wird ein Smart City Lab im Technologiecampus Märzrasen angemietet. Neben technisch hochwertig ausgestatteten Schulungsräumen wird außerdem eine offene Erlebniswerkstatt, ein sogenannter Makerspace, eingerichtet.

Ein digitaler Tablettenspender, der die Medikamenteneinnahme überwacht und beispielsweise den Rettungsdienst alarmiert, wenn jemand seine Arznei falsch oder gar nicht eingenommen hat, könnte ebenso im Bereich Gesundheit wie eine Praxis für Telemedizin realisiert werden.

Beim Thema Mobilität ist das sogenannte Ridepooling ein Schwerpunkt. Hier werden mehrere Personen, die ein ähnliches Ziel haben, per IT-Algorithmus gebündelt. Konkret könnte bald eine Quartiersgarage mit Smart Parking Funktionen werden. Über die EichenzellApp könnten dann nicht nur Parkplätze gebucht, sondern auch über die App E-Bikes oder E-Cars geliehen werden.

Stadtentwicklung, Leben und Wohnen

Die EichenzellApp vernetzt, stärkt die Gemeinschaft der Bürger, Wirtschaft und Vereine und gewährleistet dadurch die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Als zentrale, digitale Anlaufstelle für die Stadtkommunikation ermöglicht sie einen transparenteren Austausch.

Digitale Inklusion ohne analoge Exklusion – das ist das Ziel des Smart City Labs. Dabei basiert die Digitalisierung auf kommunaler Ebene auf vier Säulen: digitale Veranstaltungen, Bereitstellung von Räumlichkeiten für Digitalisierungskurse, einer Erlebnis-Werkstatt und der Vernetzung mit der lokalen Industrie. Unterstützt wird das Vorhaben durch die verfügbare Glasfaserinfrastruktur.

Unter digitalen Veranstaltungen verstehen wir die Digitalisierung von Gottesdiensten, Live-Konzerten oder Museumsbesuchen. Alle Veranstaltungen, die durch den Fortschritt der Technik auch erlebbar gemacht werden, ohne dass Sie physisch vor Ort sein müssen. 

Umwelt und Energie

Ein Regenfrühwarnsystem erkennt anhand von angebrachten Sensoren frühzeitig den fallenden Niederschlag und damit auch den Anstieg des Wasserpegels. Die Messdaten werden von batteriebetriebenen Sensoren und beispielsweise mit Hilfe des Funkstandards LoRaWan zur Auswertung an einen Server geschickt, sodass diese Daten an die zuständigen Behörden (Feuerwehren, THW, usw.) weitergeleitet werden. Durch die rechtzeitige Übermittlung der Informationen können Schäden durch Extremniederschläge verhindert werden.

Bei den Smart Poles handelt es sich um eine intelligente LED-Straßenbeleuchtung, welche über eine adaptive Lichtsteuerung verfügt, wodurch die Beleuchtung bedarfsgerecht gesteuert wird. Hierdurch können die Betriebskosten der öffentlichen Beleuchtung reduziert werden. Durch die Verwendung neuster LED-Komponenten wird eine ökologisch verträgliche und insektenfreundliche Lösung impliziert, die dem Standard des Sternenpark Rhön entspricht. Zudem können die smarten Straßenlaternen mit weiteren Zusatzfunktionen (bspw. Informationsbildschirme, Verkehrsstrommessung, etc.) und Umweltsensoren versehen werden.

Die Sensoren, welche im Rahmen der Smart Poles oder für das Starkregenfrühwarnsystem angebracht werden, können verschiedene Umweltdaten erfassen. So werden über die Sensoren Werte wie bspw. Lärmbelastung, CO2, Temperatur, Niederschlag aufgenommen. Die Sensoren, welche an den Smart Poles angebracht sind, können die Daten über den Glasfaseranschluss in eine digitale Plattform übertragen. Für weitere Sensoren im Gemeindegebiet, welche nicht an Smart Poles angebracht werden, muss ein Netzwerk aufgebaut werden, über welches die Daten ebenfalls in die Plattform eingespielt werden können. Hierfür eignet sich das sog. LoRaWAN (Long Range Wide Area Network), welches ein energieeffizientes Senden von Daten ermöglicht und über eine große Reichweite verfügt.

Mobilität

Das Projekt Urbane Logistik hat das Ziel die (städtischen) Lieferverkehre zu optimieren und dadurch schädliche Umweltemissionen zu reduzieren. Die Idee dahinter ist es, insbesondere den Verkehr auf der sogenannten letzten Meile zu vermindern und hierfür Alternativen anzubieten. Dafür könnten bspw. Micro Hubs (an Mobilitätsstationen und Quartiersgarage) errichtet werden, in welchen die Pakete der Paketdienstleister angeliefert werden und von den Bürgern selbst abgeholt werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass regionale Anbieter die Bestellung von Lebensmitteln in Kühlboxen an diesen Stationen hinterlegen und der Käufer über das Smartphone darüber informiert wird.

Mobilitätsstationen werden als Interaktionsräume verstanden und sind häufig an zentralen Orten sowie an Standorten mit Zugang zum Nahverkehr (Bahnhöfe) positioniert. Um einen einfachen Umstieg von Bus und Bahn auf andere Verkehrsmittel zu gewährleisten, sind die Mobilitätsstationen mit weiteren modernen Angeboten wie bspw. E-Car-/E-Bikesharing, Fahrradabstellanlagen, Ladestationen versehen. Die Stationen können zudem mit weiteren Funktionen ausgestattet werden (bspw. smarte Paketstationen, E-Lastenfahrräder, Lebensmittelboxen). 

Unter On-Demand-Mobilität versteht man ein Verkehrsangebot, welches gezielt auf den Bedarf der Fahrgäste gerichtet ist. Hierfür können die Fahrtwünsche mehrerer Fahrgäste gebündelt werden und daraufhin effiziente Fahrten mit kleineren (E-)Fahrzeugen durchgeführt werden. Die Organisation und Abwicklung der Fahrten erfolgt über eine digitale Plattform. Der On-Demand-Verkehr soll das vorhandene Angebot weder ersetzen noch gefährden, sondern eine Ergänzung des Verkehrs an solchen Orten ermöglichen, welche bislang über keine Nahverkehrsanbindung verfügen, da sich diese dort nicht rentieren würde.

Gesundheit und Pflege

Die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist vor dem Hintergrund des Ärztemangels insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen eine große Herausforderung. Um dennoch die ärztliche Versorgung langfristig zu sichern, besteht die Möglichkeit, dass eine entsprechend qualifizierte ärztliche Assistenz die bestehenden Ärzte unterstützt. Diese Versorgungsassistenten können Hausbesuche durchführen. Die gewonnenen Patientendaten könnten dann direkt an den zuständigen Arzt weitergeleitet werden, um zeitnah notwendige Maßnahmen einzuleiten.

Einen Medikamentenspender, der die Einnahme von Medikamenten kontrolliert, bei Bedarf Alarmmeldungen sendet und optional auch Folgerezepte bestellt. Er soll die Einhaltung der Medikamenteneinnahme erleichtern und den Patienten bei der Dosierung und Einnahmeüberwachung unterstützen. Weitere Lösungen sind im Bereich eHealth denkbar.

Wirtschaft, Industrie und Handel

Der Makerspace ist eine offene Erlebnis-Werkstatt, die interessierten Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu ausgewählten Maschinen, Werkzeugen und/oder Software bieten soll. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Start-Ups, Vereine oder Unternehmen Räume mieten und die Ausstattung nutzen können.  Darüber hinaus können Veranstaltungen wie Workshops, Podiumsdiskussionen, Netzwerkevents oder Impulsabende spannenden Themen rund um Smart City veranstaltet werden.

Das Smart City Lab verbindet das moderne Arbeiten und Leben. Durch die Anmietung von technisch hochwertig ausgestatteten Räumlichkeiten können Bürger:innen, Bildungseinrichtungen, Vereine und Unternehmen Digitalisierung erleben. Das Smart City Lab bietet durch die Räumlichkeiten beispielsweise die Möglichkeit, Digitalisierungskurse anzubieten oder durch die unmittelbare Nähe zu innovativen Unternehmen im Campus eine gewinnbringende Vernetzung.

Verkehr und Smart Traffic

Ziel ist es, Stellplätze im Quartier sowie öffentliche Parkplätze zu schaffen, welche über Parksensoren und auch Ladevorrichtungen verfügen. Wichtig ist, dass hierbei auch Parkplätze für mobilitätseingeschränkte Personen sowie Familien berücksichtigt werden. Die Idee ist außerdem Parkleitsysteme einzuführen, die in Echtzeit auf freie Parkplätze verweisen bzw.  die Fahrer zu den freien Stellplätzen navigieren.

Eine intelligente Verkehrssteurung kann zum Beispiel helfen LKW’s zu Stoßzeiten zu leiten und Lieferanten zu unterstützen, auf welchem Weg sie am besten und schnellsten zu den Lieferadressen gelangen und welche Wege und Orte sie in welcher Reihenfolge anfahren sollten. Weiterhin kann sie beispielsweise auch helfen LKW-Fahrer zu optimalen Pausenplätzen zu leiten oder Pausenzeiten mit den Abladezeiten der Unternehmen abzustimmen, um Wartezeiten zu verkürzen und willkürliches Parken zu vermeiden.